Das milde Diktat

Dieser sehr flüssig zu lesende Spätling, ergänzt das Triumvirat zur Quadriga, zur Quadratur des Kreises hin. Und der schließt und fließt darauf hinaus, dass für eine geordnete Steuererklärung vielleicht nur ein, für die Quintessenz des Marktwirtschaftlichen aber, garantiert nicht mehr als zwei Bierdeckel von Nöten sind. “Und dass das Fräulein Entropie, und der Herr hypertrophe Mister, gar garstige Geschwister, aus dem Hause Blister Sister!


Nein, noch kann ich nicht von ihr lassen, dieser Kanzlerin mit dem nicht gerade übertrieben kuscheligen Lieblingstier, dessen Übergang von todruhiger Beharrlichkeit zu beiläufiger Gier nicht mehr Leidenschaft verrät als ein Trabbi im Leerlauf; dieser Frau die es schafft, so viele Deutsche in ein Netz von selbstvergessenem Gleichmut einzuspinnen, einer Person, die immerhin so viel Pragmatismus verliebte Energie hat, uns ihr mehr schlecht als recht gefälschtes Nirwana, ihren Himmel für kühlgelagerte Hobby-Individualisten nun ein viertes Mal schmackhaft machen zu wollen. Bei dem Wort schmackhaft fällt mir ein, dass ich noch nie Froschschenkel probiert habe. Nun, das lässt sich ändern.

Aber bevor ich unserer Kröten-Beauftragten – ein Schelm, wer hier irgendeine Zweideutigkeit bemerkt haben will – mit Messer und Gabel zu Leibe rücke, sollte ich erst noch ein paar Bemerklungen über ihren Vorgänger und Antipoden, dem guten Onkel Wolf, wie ihn die Kinder im Hause Wagner, im Hause “Wahnfried“ genannt haben, über A-Wolf Hitler, den Alpha-Rüden, den also sprichwörtlich rüdesten Rüden des Dritten Reiches verlieren. Oder genauer; auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Exponenten eines männlichen und weiblichen Faschismus zu sprechen kommen.

Also erst einmal hat Adolf Hitler einer Diktatur, und in diesem Fall einer ungemein verbrecherischen Diktatur, höchst offiziell als der sogenannte “Führer“, den fragwürdigen Weg gewiesen. Angela Merkel ist hingegen so eine Art Vorstandsvorsitzende einer, sagen wir, mittlerweile immer tauber werdenden und leicht gehbehinderten Demokratie. Von einer wirklichen, also in allen Bereichen kreativen und erwachsenen Demokratie, kann im Heute des bundesrepublikanischen Alltags keineswegs die Rede sein. Aber dem Prinzip nach ist es eine Demokratie. Noch!! Auf diesen unterschiedlichen Prämissen aufbauend, muss man Hitler zwar nicht als den Alleinverantwortlichen, aber sehr wohl als den Hauptverantwortlichen der gesamten, allseits bekannten Misere bezeichnen. Dass der etwas zu provinziell orientierte österreichische Wahl- und Qual-Deutsche also ein “böser Junge“ war, steht jedermann deutlich, deutlicher, am deutschlichsten vor Augen. Dass unsere “harmlose“ kleine Unke aus der Uckermark auch ein ganz schön “böses Mädchensein kann, ist hingegen weitaus schwieriger auszumachen. But “Yes, she can“, trust me!

Denn obwohl  in einer Demokratie weder ein Alleinverantwortlicher – diese Rolle übernimmt übrigens, wegen seinem breiten, sozusagen universellen Buckel,  gleichermaßen im Überall wie auch im Nirgendwo, ein gewisser Herr Gott – noch ein Hauptverantwortlicher aufzufinden ist, kann trotzdem noch der Titel des Hauptmitverantwortlichen durchaus schwungvoll versteigert werden. Und derselbe geht zum Ersten, zum Zweiten, und zum Dritten an: . . . . Genau, Quakelinchen! Denn obwohl unsere Frau Bundeskanzler – und das ist bei aller Situationskomik eigentlich gar nicht witzig, sondern fast schon perfide – einen Tonfall drauf hat, der wie schon in “Gehet hin zufrieden“ erwähnt, immer zu sagen scheint “Aber dafür kann ich doch nichts“, kann sie sehr wohl was dafür, dass sie mit Hilfe ihrer politischen und wirtschaftlichen Flankengebern, ein selbstgerechtes Tor nach dem anderen in den Kasten einer von ihr langsam aber sicher aufgebauten, sogenannten Wohlfühl-Diktatur versenkt hat. Und wenn jetzt so viele kommen und mich anschneuzen, “dass man das so aber nicht sagen darf“, dann sind unser amphibisches Burgfräulein und ihre zynisch-wohlmeinenden Tümpel-Ritter – denn das geschieht natürlich alles nur zu unserem Besten, gell Mutti – damit schon weiter gekommen, als zu befürchten galt.

Also, der Unterschied von Hitler zu Merkel liegt auf der Hand, nämlich dass der Erstere gut wahrnehmbare, und klar definierte Verbrechen begangen hat, während die Zweite sich aufgrund des Mangels an konkreter Verdinglichung ihrer, na sagen wir Vergehen, bestens im unübersichtlichen Wald der mittlerweile gänzlich verallgemeinerten Zuständigkeiten verstecken kann. Hitlers Taten kommen ihrem Ursprung nach aus einem gewaltfixierten, patriarchalischen Gemüt, während die von Angela Merkel einem harmoniesüchtigen, matriarchalischen Charakter entstammen. Und wenn wir die Aktionen der beiden im Lichte ihrer jeweiligen Motivation betrachten, dann brannte der eine unter dem krampfhaften Diktat eines hochfahrenden, künstlich befeuerten Idealismus, einem als Gipfel der Vernunft getarnten Wahnsinn seinem unrühmlichen Ende entgegen, während die andere einem ängstlichen, kleingerechneten Krämerglauben mit eingebautem Optimismus-Schalter zum mehr oder weniger tragikomischen Opfer fällt. Die infernalische Grausamkeit des “Führers“ war der niedrigste Ausdruck eines ebenso angemodertern wie hysterisch-gesteigerten Mephistos zweiter Klasse; die beiläufig in Kauf genommenen Kollateralschäden der Ära Merkel sind das verzweifelte, sich ein letztes Mal aufbäumende Gefühl eines todmüden, unbestimmt-sarkastischen Gottes, der sein eigenes Spiegelbild nur noch mit genügend Schminke erträgt. Und während der beständig hyperventilierende Herr Hynkel am Liebsten eine bis in alle Ewigkeit – das tausendjährige Reich – fortdauernde Steigerung seiner selbst gewesen wäre, breitet sich in dieser verdächtig selbstgenügsamen Mittelmäßigkeit von Frau Merkel ein tödlicher Hauch kategorischer Selbstverleugnung mit aller – passend zur weiblichen Variante des Untergehens – genusssüchtigen Langsamkeit aus. Der Zeitgeist hängt immer vom Glauben seines leitenden Personals ab. Während Adolf Hitler dem Größenwahn eine ganz eigene Dimension verliehen hat, ist Angela Merkel die Neudefinition, die Normalisierung des Kleinmütigen, also die Grundlage für den Kleinbürger des 21zigsten Jahrhunderts. Und bei allen vordergründigen Unterschieden, genau an dieser Stelle sind die Interessen eines männlichen wie weiblichen Faschismus – fascio gleich Bund – absolut identisch, nämlich wenn es darum geht, alles dem Gesetz der Effizienz, der Diktatur der Zahl zu unterwerfen. Nur in der weiblichen, in der Form Merkel à la Kröte wird das eben nicht mit einer Drohung, sondern einem müden, aber meist mild verständigen Lächeln, eines es stets gutmeinenden Scharfrichters durchgesetzt.

Und an dieser Stelle müssen wir gleich zwei Sprünge auf einmal unternehmen, zurück auf meine eigene Bemerkung aus “Musik-Team Trier“, dass wir das Dritte Reich nicht verhindern konnten, das Vierte dagegen sehr wohl, um dann so weit in den “tiefen Brunnen der Vergangenheit“ – dezent spiritueller Gruß vom alten Mann, “Nein, nicht Gott, Thomas“ – einzutauchen, so dass sich der göttliche Urgrund, den oben genannten Sachverhalt betreffend, vollständig offenbart. Sprechen wir also mit Jesus Christus, oder besser mit Jesus Christus und Judas Ischariot über die ganze Problematik, über das berauschende Geheimnis der menschlichen Gebundenheit an sein kosmisches Schicksal, und den langen gleichfalls mühe- wie freudvollen Weg zu mehr Freiheit im Umgang mit sich selbst.

Der Messias sagt über seinen treuen-untreuen Jünger, über den ihn küssenden Vollstrecker seines Schicksals, dass dieser zwar nur “die Schrift erfülle“, sich aber trotzdem “wünschen würde niemals geboren zu sein“. Und dieses Gefühl elementarer Verlorenheit hat derselbe, weil er den für ihn nicht zu bewältigenden Widerspruch einleitet, dass von seinem persönlichen Verrat des Gottes- wie  Menschensohnes an, das Evangelium, als die für alle geltende frohe Botschaft, wie ebenso die Passion, also die exklusiv für Jesu Christi vorbehaltende Marter, in Gang gesetzt wurde. Bevor ich auf den Gewissenskonflikt von Judas zu sprechen komme, muss ich ein wenig auf die essentielle Neuerung im Feld der Emotionen, die der Kreuzestod des Heilandes mit sich gebracht hat, eingehen.

Das ambivalente Bild, welches sich aus dem scheinbaren Kontrast von froher Botschaft und Leiden am Kreuz ergibt – die Welt ist nur vordergründig konträr aufgestellt, hintergründig ist sie komplementär veranlagt – ist in Wirklichkeit von sich ergänzender, also sich zu einem Ganzen hin bewegenden Natur. Wenn ich nämlich die Frage stelle, welches Gefühl aus der Gleichzeitigkeit von Freude und Leid entsteht, dann das, was die Geburt eines Kindes immer wieder mal begleitet, nämlich das der Freudentränen. Und dieses Gefühl ist das gleichermaßen intensivste wie höchstentwickelte im Bereich der gebundenen Gefühle, also der, die den lebendigen Fluss zwischen Seele und Körper symbolisieren. Zu dieser Empfindung gibt es nur ein Ebenbürtiges aus dem Bereich der ungebundenen Gefühle, derjenigen zwischen Geist und Körper, und zwar die Tragikomik. Und da Judas weder auf das eine noch das andere Gefühl – da dieselben damals, besonders in der durch den Messias dynamisch ungemein hoch- wie tiefgetriebenen Version noch gar nicht aktuell waren, denn dann hätte es zum Beispiel schon eine Matthäus-Passion von Bach oder die Neunte von Mahler gegeben – zurückgreifen konnte, war er nicht fähig, in den Hintergrund, in das Komplementäre, das Ergänzende seiner Tat zu blicken, und nicht im Vordergründigen,  im scheinbar unüberwindbaren Kontrast derselben stecken zu bleiben, um sich so seinen treuen Verrat vergeben zu können. Hätte er die erste Empfindung abrufen können, würde er vor Freude geweint haben; hätte ihm die zweite zur Verfügung gestanden, würde er im tiefsten Schmerz in ein bacchantisches Gelächter ausgebrochen sein.

Oder um vom Gefühlshaften wieder ins Gewissen hinüber zu Switchen; hätte Judas den emotionalen wie gleichfalls geistigen, also geistlichen Horizont, der seinem Rabbi und Erlöser am Kreuze des Lukas-Evangeliums zuteilwurde, abrufen können, würde er einfach gebetet haben: “Herr, du mein nun glaubendes und aufmerksam hinhorchendes Gewissen, vergib mir, denn damals war ich noch ein Ungläubiger, ein Blinder und ein Tauber, und wusste nicht was ich tat! Denn das sollte nach deinem passiven, entspannten, weil zeitlich völlig ungebundenen, ewig existenten Willen, schlussendlich auch so sein. Also strenggenommen: Thanks for nothing!“  Oder wie Udo Jürgens in seiner naiv-narzisstischen Manier – der Mann war halt Österreicher – plus einem, das Ganze in einen ironisch-sentimentalen Bereich entführenden, ausgestreckten, von afroamerikanischem Temperament geführten Mittelfinger, einfach gesungen hätte: Merci, Cheri! Ja, so klingt es, wenn man Gefühle und Gedanken von vor zweitausend Jahren blitzschnell in die Gegenwart beamt. Scotty lässt, als der geerdete Kontrapunkt zum latent blasierten Thomas Mann, herzlich grüßen. Oder auch: Bitte keinen Scheiß auf der Enterprise!

Was hat das Ganze aber jetzt mit dem nicht zu verhindernden Dritten, aber dem noch zu kippenden Vierten Reich zu tun? Bezogen auf den ersten Umstand habe ich, in dem sich auf den Schluss hin bewegenden Teil meines Essays “Musik-Team Trier“, am Beispiel der kontradiktorischen Klangwelten von Louis Armstrong und Anton von Webern geschrieben, dass der Kontrast zwischen den Gesamt-Befindlichkeiten, zwischen den Stimmungen von Amerika zu Deutschland hin so gewaltig war, dass ein kriegerisches Aufeinanderprallen der beiden, und damit auch die Entstehung des Nazi-Reiches nicht zu vermeiden war. Aber das noch wesentlichere Element für die damalige Entwicklung ist, dass der Weltgeist, die Weltseele noch nicht alle Farben auf unserem Lebenstisch ausgebreitet hatte. Nein, die ziemlich junge Filmkultur war noch in ihrer ganzen Entfaltung begriffen, und die moderne Pop-Musik war noch gar nicht geboren. Und genau diese, mit ihren kleinen flüchtigen Formaten versehene demokratische Kunst, lässt uns die Welt auch in ihren feinen Oberflächen erleben, und nötigt uns nicht andauernd irgendeinen übermotivierten Tiefgang ab. Dass wir diesen leichtfüßigeren Geschöpfen mittlerweile gewohnheitsmäßig verfallen sind, macht die Existenz eines impulsgesteuerten Beicht- und Seicht-Präsidenten wie Trump mehr als plausibel. Aber erst die moderne Rock- und Popmusik, hier natürlich wieder als absoluter Überbegriff gemeint, macht uns geistig wie emotional vollständig, lässt uns nach Jahrhunderten der Entwicklung zu einem Ganzen werden. Also, die Formen und Farben liegen nun alle vor uns, wir müssen jetzt nur noch munter – und wenn möglich – einigermaßen konzentriert gestalten und mischen. Die zukünftige Entwicklung in der Musik wird in ihren revolutionärsten Aktionen sicherlich die europäische Klassik mit den moderneren Formen zu ganz neuen Kunstwerken verbinden. Dazu habe ich mit einigen sub-thielen Bearbeitungen aus sehr unterschiedlichen Bereichen der Musik schon selbst einiges beigetragen.

“Aber was“, ich weiß, aber was hat das nun alles mit der Frage des Vierten Reiches zu tun? Nun – um den Kreis zu Judas zu schließen – der sogenannte freie Wille ist nicht so sehr der Ausdruck davon, dass man machen kann, was man will, sondern weit eher, dass man weiß, wie man es wollen sollte. Was für ein wie das ist, drückt sich am besten durch meine Formel vom “aktiven Werkzeug eines passiven Willens“ aus. Und am Bewegungsgeschehen eines gleichermaßen kraftvoll wie entspannt groovy spielenden, also am ehesten afroamerikanisch beeinflussten Musikers – in dem Fall, an meinem eigenen Klavierspiel – lässt sich das ebenso genau wie einfach erklären. Wenn ich zum Beispiel eine langsame Gospel-Ballade spiele, die auch laute, kraftvolle Teile beinhaltet, dann muss ich meine Abwärtsbewegung zu den Tasten hin dabei so beschreiben, als würde ich einen schweren Zementsack aus dem, sagen wir fünften Stock eines Hauses werfen, aber dann der eher passiven, also ziehenden, also “werkzeughaften“ Schwerkraft noch einen leichten aktiven Stoß mitgebe, so dass dieser Sack schneller, und damit kraftvoller auf die Straße, oder wieder zurück auf meine Arme bezogen, auf die Tasten fällt. Wenn meine Finger dann auf der Taste angekommen sind, muss ich, und zwar im genau richtigen Moment, die passive Schwerkraft wie die aktive Stoßkraft gleichermaßen auf einen möglichst entspannten – vom Fingerlenk zu den Schultern über das Gesäß bis zu den Füssen – Körper fallen lassen, ohne dabei im Geringsten an Stabilität zu verlieren. So erreiche ich gleichzeitig einen lauten und offenen, also weiten Klang. Bin ich beim Aufprall zu hart unterwegs, fängt das Klavier an zu klirren, und damit erschlägt der Klang sich sozusagen selbst. Jede Musik hat da übrigens ihre eigenen Anschlagsregeln; so würde man beim Rock  noch etwas mehr aktive Stoßkraft mit reingeben und sich beim Anschlag auch nicht ganz so entspannen, damit das Ganze etwas mehr männlichen, also direkten, eher härter und zielgerichteten Charakter bekommt. Beim Swing, beim ternären Beat, in dem es sogenannte Ghost-Notes gibt – das sind Noten die man nur ganz leise, oder gar nicht hört – muss man daher den Grad der Entspannung gegenüber der Gospel-Ballade noch steigern. Aber für alle wirklich groove-orientierte Musik gilt in unterschiedlichen Gewichtungen immer das Prinzip vom “aktiven Werkzeug eines passiven Willens.“

Ich nehme mal an, dass den meisten Lesern aufgefallen ist, dass ich hier eine bewegungsphysiologische Beschreibung von dem abgeliefert habe, was man allgemein hin als Loslassen bezeichnet. Und das sollte man nicht mit etwas  verwechseln, das sich insbesondere bei uns im Westen allergrößter Beliebtheit erfreut, dem sich gehen lassen. Während es beim Ersten um die möglichst geschickte Handlungsbalance zwischen passiven und aktiven Kräften geht, bewegt sich das Zweite in Richtung Verlust derselben zugunsten einer grundlegenden Handlungsarmut, bei meist gleichzeitiger Steigerung des Suchtcharakters. Das Eine entspricht dem Zustand der Entspannung, das andere ist spannungsarm bis spannungslos. Wenn wir uns nun einmal die sechs wesentlichen Spannungszustände anschauen, nämlich die Überspannung, die Anspannung, die Spannung, die Entspannung, das Spannungsarme und das Spannungslose, dann könnte man die Geschichte der Menschheit auch als einen langen Prozess von den äußeren zu den inneren Werten dieser Eigenschaften hin bezeichnen. Während Judas, aus einer überspannten Ambition heraus – er wollte seinen Rabbi nämlich gleichermaßen belehren wie auch das Geld dafür einstreichen – Jesus verraten hat, endete er, nachdem er die Unschuld des einen und die damit einhergehende Schuld seiner selbst eingesehen hatte, am Strick, also im gleichfalls konkreten wie symbolischen Zustand absoluter Spannungslosigkeit, dem sich Hängenlassen sozusagen. Denn geistige Rebellen wie Jesus, oder auch Verbrecher ähnlicher Dynamik wurden gekreuzigt – man wollte damit vor aller Augen ihre große Widerstandskraft brechen – während kleine Strauchdiebe eben am Seil endeten,  als Ausdruck der Minderwertigkeit ihres Vergehens, wie ihrer Person. Was nun Judas betrifft, können wir in der Summe über ihn sagen, dass er weder vom Kopf, Stichwort Tragikomik, noch vom Herz, Stichwort Freudentränen, noch dem Bauch nach, also von der Körperspannung her, der ganzen Geschichte gewachsen war. Aber wenn das so gewesen wäre, hätte er Jesus erst gar nicht verraten, was natürlich keineswegs im Sinne des Erfinders ist. Diese Geschichte, wie auch die vom Dritten Reich musste geschehen, ob uns das gefällt oder nicht. Aber auf diese Verbindung komme ich, da sie gleichermaßen ein Ausdruck vollkommener Einfachheit, wie auch eines vollendeten Beziehungsreichtums ist, in einem dafür exklusiv geschriebenen Essay zu sprechen.

Wie sieht es nun in der Gegenwart, also am Knöchel, oder besser an der Wade des Vierten Reiches aus? Warum sollten wir das verhindern können? Weil wir heute alle notwendigen Voraussetzungen dafür haben. Uns steht, zumindest das Wissen um die richtige Körperspannung, also das gesunde Bauchgefühl, das richtige Wollen zur Verfügung, Und was unser Herz betrifft, so können wir ebenso schnell wie unbeschwert auf die tieferen, dichteren Gefühle der Vergangenheit, also auf unseren eigentlichen Hintergrund zurückgreifen, wie uns auch im federleichten Vordergrund der Gegenwart ein sonniges Plätzchen suchen. Und was den Kopf angeht, so steht der Geschwindigkeit unserer Gedanken auch erst seit kurzem ein adäquates Medium – das liebe kleine Internet zur Verfügung – um sie entsprechend schnell zu verbreiten. Das bedeutet in seiner Konsequenz, dass wir erst heute in der Lage sind, die Welt wirklich und wahrhaftig als Ganzes wahrzunehmen. Und das gilt, wenn auch vorerst nur theoretisch, für alle Menschen dieser Erde. Die Möglichkeiten sind prinzipiell gegeben. Und darauf kommt es erst einmal an. Und das unterscheidet uns eben gleichermaßen vom Herrn Iskariot wie vom Herrn Hitler, die sozusagen, um beim entscheidenden Element, dem Bauchgefühl zu bleiben, nicht entspannt genug waren, um ihrem Los zu entgehen, denn genau das meint Loslassen, sein Los lassen. Und bei diesem Los lassen, geht es, wie oben schon angedeutet, nicht darum, dass ich ein beliebig anderes Schicksal wählen kann, sondern das ich mein Los lässig, also entspannt entgegennehme. Jesus Christus, und das bezieht sich im Besonderen auf des letzte, das Johannes-Evangelium, da dort die Kreuzigung durchaus  folgerichtig “Die Erhöhung“ genannt wird, hat sein Schicksal mit dem Satz beschrieben: “Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht!“ Allerdings ist eine solche Feststellung  für ein vermeintliches Opfer  – man lese meine Ausführungen über die Opfertat, oder auch den Tätertod des Messias in meiner Schrift “Musik-Team Trier“ – weit einfacher zu treffen, als für den vermeintlichen Täter. Aber dieses sehr komplexe Thema muss ebenfalls exklusiv behandelt werden.

Damit nun allen das lässige Los gelingt, brauchen wir wieder einen neuerlebten und neuformulierten Glaubens- und Wissenskanon, um unterscheiden zu können, welche Informationen von Bedeutung sind und welche nicht. Und genau das unternehme ich nun seit circa zwei Monaten, nachdem ich nun vierzig Jahre als gleichsam reflektierendes wie selektierendes Individuum damit verbracht habe, mich darauf vorzubereiten. Mein Bestreben wie meine Fähigkeit ist es mit meinen 53 Jahren, diese Welt wieder mehr als ein Ganzes erlebbar zu machen, und das ist im Angesicht der bevorstehenden Gefahren auch unverzichtbar. Denn noch steht im Ranking vor dem Loslassen das sich gehen lassen, und zwar bezogen auf das dringende Einlassen der Menschen auf eine nicht nur vordergründige, für den Arbeitsmarkt zurechtgepuzzelten Bildung, sondern einer ganzheitlichen, einer hintergründigen, die vor allen Dingen den Religionen, der Philosophie, den Künsten, aber auch den praktischen Dingen des Lebens, wie zum Beispiel einer sinnlich-vernünftigen, aber nicht impulsgeleiteten Ernährung – und da kann ich als ein seit Kindheit Essgestörter zwei- bis dreihundert ausgewachsene Lieder drüber singen – den nötigen Raum verschafft. Das sich gehen lassen, besonders was die meist nur vordergründige Bildung von so vielen betrifft, wird in erster Linie durch die leider noch nicht auf vernünftige, aber nicht zu vernünftige Art und Weise einzudämmende Explosion des Internets begünstigt. Heißt, das entscheidende Medium zu unserem evolutionären Aufgang, ist auch das nachhaltigste für unseren Untergang. Wenn mein Motto “Meinung braucht Bildung“ irgendwo seine volle Gültigkeit entfaltet, dann im sogenannten Netz, in dem man sich ohne dieselbe hoffnungslos verstricken, verirren kann. Um hier nur mal ein einzelnes Beispiel für eine hintergründige Form der Bildung zu geben; wenn man ein Stück wie Macbeth von Shakespeare liest, dann sollte man das nicht zu früh, also in zu jungen Jahren tun, aber wenn man es tut, muss man wie frau es mindestens dreimal hintereinander lesen, um es auch nur ansatzweise zu verstehen. Alles andere ist – wie sagt man heute so schön – reine Folklore. Das heißt im Klartext, ein extrem tiefgründiges Werk nur oberflächlich erfassen zu wollen, ist eine reine Verschwendung von Lebenszeit. Dann sollte man lieber einem guten Gin Tonic eine Chance geben. Aber schlussendlich nun doch wieder zurück zu unserer Lurch-dich-Durch-Chefin, unserer weniger ans Herz als an den faulen Hintern gewachsenen Kanzlerin für alle Fälle, wie auch grelle R-Punkt Wagner-Bälle.

Und dieser stellen wir jetzt einfach mal eine Frage, und zwar in Anlehnung an das eben behandelte Thema, an das der Bildung. Warum, liebe Frau Merkel gab es unter ihrem nun zwölf Jahre andauernden milden Diktat keine entschiedenen, nicht zuletzt auch moderne Erkenntnisse aus dem Bereich des neurobiologischen – Stichwort Intelligenz bei Musikern, Stichwort Erlernen eines Instrumentes – berücksichtigenden Investitionsschübe im weiten Bereich der Bildung? Die Antwort darauf ist nicht nur für einen Geist meines Formates eine nachhaltige Beleidigung. Denn natürlich haben weder die politische Elite, der sie vorstehen, noch die wirtschaftliche, die ihnen vorsteht, ein Interesse daran, wirklich gebildete Menschen in ihre Hamster-Radokratie zu entlassen. Die possierlichen kleinen Nager sollen funktionieren, und das auf möglichst hohem schein-individuellen Niveau, damit sie ihre Klappe nie zu weit aufmachen, so dass die anderen kleinen Wuschelbällchen noch erschreckt werden, um eine ebenso ohrenzerfetzende wie erdballerschütternde Mini-Stampede auszulösen, durch die wir Arbeits- und Amüsier-Zombies am Ende noch aufwachen könnten. Da sei der Gott des bis zur Halskrause aufgeschäumten Latte-Macchiatos vor.

Soweit meine immer wieder gerne hervorgeholte Beschwerdestelle von Links-Außen. Da ich nun aber, als fleißig Johann Sebastian Bach übender, immer wieder gerne kontrapunktische, also widerspruchsinspirierte Gespräche mit mir selbst führe, schlage ich mich auf die Gegenseite, und betrachte die Welt mal von dort. Und von diesem Blickwinkel aus macht die negativ konnotierte Bezeichnung des viel beschworenen Raubtier-Kapitalismus – wobei wir wieder in den Tiervergleichen von Monsieur Balzac angekommen wären – ziemlich wenig Sinn. Denn dass es in einem hochdynamischen System wie dem des Kapitalismus auch “Raubtiere“ geben muss, entspricht der gleichen – in “Demokratie, verlass´ mich nie“ erwähnten Binsenweisheit –  in Bezug auf die Gier großer und mächtiger Staaten wie Amerika und Russland. Das Problem ist nicht die Existenz, sondern die Größe derselben. Denn diese hat sich im Laufe der letzten zwanzig Jahre überproportional entwickelt. Mutter Evolution hat schon ihre Gründe dafür, dass die größten Schneidezahn-Fetischisten der Erde heute im Wasser leben. Dort gibt es ist nämlich erheblich mehr Platz, und zwar unter anderem deshalb, weil dort weit seltener größere Menschenansammlungen anzutreffen sind. Denn diese haben wiederum die ungesunde Angewohnheit, auf alles zu Ballern, was ihnen irgendwie bedrohlich erscheint. Um es abzukürzen, wir haben es in den letzten, circa 25 Jahren zugelassen – 1993 kam der erste “Jurassic Park“ raus – dass sich Konzerne in der Größenordnung von Dinosauriern, vom Kaliber Tyrannosaurus Rex heranbilden. Und solch extrem raumgreifenden, und einen Homo Sapiens doch schon ein wenig sehr nervös machenden Staub- und Raubkollegen, waren mit gutem Grund längst ausgestorben, bevor wir Intelligenzbestien im Vorruhestand das Licht dieser manchmal schon etwas fragwürdigen Welt erblickt haben. Könnten die schuppigen Jungs mit den zu kurzen Armen unter den heutigen, klimatischen Bedingungen noch überleben, wir würden sie mit ziemlicher Sicherheit gezielt ausrotten. Das wäre zumindest eine wirklich gute Idee. Aber der liebe Gott hatte eine bessere, denn er hat sie schon vorher sanft aber bestimmt über den Jordan hüpfen lassen. Und ähnlich sollten wir mit den zu großen Konzernen verfahren. Innerhalb eines begrenzten Raumes, wie es die Erde nun mal ist, sollte man darauf achten, dass die “Tiere“, die in diesem leben, weder zu klein, noch zu groß sind. Das schadet nämlich gleichermaßen der Balance wie dem Gemüt. Selbst in der mitunter so ausufernden  Opernwelt hat man das halbwegs verstanden, da dort niemand mehr eine längere Surround-Sound-Orgie als den circa 280minütigen “Parsifal“ von dem spätestens jetzt dann doch einmal zu oft erwähnten Richard Wagner, verfasst hat. Und klar Jungs, wir hätten alle gern einen 7 Meter 90 langen – im nicht-erigierten Zustand, versteht sich – aber es hilft ja nichts.

Natürlich könnte man gegen mein Argument der zu großen “Raubtiere“ im Kapitalismus einwenden, dass gerade zwei der tatsächlich reichsten Männer der Erde, nämlich Bill Gates und der ziemlich sympathische, und bekanntermaßen sehr geerdete Warren Buffet. Unmengen von Geld für gute Zwecke aufwenden. Ja, aber das Prinzip meines Denkens wird dadurch trotzdem nicht außer Kraft gesetzt. Denn auch diese beiden sind nur die weitgehend unreflektierten Protagonisten einer – um es wieder musikalisch auszudrücken – längst völlig übersteuerten Dynamik. Nein, es geht um etwas ganz anderes, nämlich dem Wegkommen von reichlich eindimensionalen Überlegungen, was die Wirtschaft im Allgemeinen angeht. Das bedeutet im Konkreten, dass man ein Unternehmen erst mal auf die Tiefe hin, also die Qualität seiner Produkte konzipiert, und nicht so sehr auf die Breite, also die Quantität. Oder wie ich es im “Musik-Team Trier“ geltend für die Musik schon gesagt habe, es geht in dieser Welt im Wesentlichen um eine feinnervige Ausbalancierung des Quantitativen mit dem Qualitativen.

Und um hier spezifischer zu werden, man muss einer Philosophie der Wirklichkeit folgen, die besagt, dass wir vierdimensional erleben, denken und handeln müssen, und zwar ganz besonders in der Wirtschaft. Das würde heißen, jedes Unternehmen muss seine Entwicklung auf das Verhältnis von “Tiefe“, “Breite“ und “Höhe“ seiner Produktionsprämisse ausrichten, und diese mit dem Faktor Zeit abgleichen. Die Dimension der Tiefe repräsentiert dabei die Qualität, und damit meine ich weder die sich zu Recht gelaberte, noch die schön gedachte, sondern gut erlebbare des Produktes. Die einfache Regel dafür lautet: Ich habe nach besten Wissen und Gewissen gearbeitet! Und nicht: Wie kriegen wir die Leute dazu, sich auch noch diesen Müll in irgendeine beliebige Körperöffnung einzuführen. Die Breitendimension betrifft die reale Ausdehnung, also das quantitative Element des Produktes. Und diese Breite, diese Ausdehnung muss sich unmittelbar an der Tiefe, an der Qualität des Produktes ausrichten, dann wird dieselbe – wenn es  mehr um einen eher massentauglichen und nicht so sehr hochklassigen Gegenstand geht – von ganz alleine sehr groß, aber eben nicht zu groß werden. Die Höhendimension ist die der äußeren Erscheinung, also des Anschauens und des Anpreisens seiner hergestellten Waren oder Dienstleistungen. Und hier gilt die einfache Regel: Die Qualität des Inhalts sollte möglichst Eins zu Eins der Verpackung entsprechen. Also mal schlicht, mal bunt, oder auch kunterbunt, aber aufrichtig verführen – so wie wir es beim Sex mit einem von uns geliebten, oder zumindest einigermaßen respektierten Partner tun würden – aber nicht so schamlos lügen, dass sich alle Balken des gesamten Universums gleichzeitig biegen.

Die Sache liegt eigentlich ziemlich einfach: Offiziell gibt es sieben Hauptsünden; dramatisch etwas wirkungsvoller auch Todsünden genannt: Die Habgier, den Zorn, den Neid, den Hochmut, die Trägheit, die Völlerei, und die Wollust. Allen diesen wohnt, wie wir heute, und besonders durch das – natürlich vergriffene und geradezu  penetrant intelligente Buch von Jürgen Werner über dieselben auch sehr gut wissen –  eine tiefe Ambivalenz inne. Das bedeutet, dass hinter so manch “teuflischer Fratze“ auch sehr viel Gutes verborgen sein kann; wie auch dem ein oder anderen, eher wohlmeinenden Charakter ein Zug von gefährlicher Arroganz zu Eigen ist. Auch kann sich der Neid zu einer motivationssteigernden Bewunderung seines Gegenübers erheben, und der Zorn vermag, wie bei der gewaltsamen Vertreibung der Händler durch Jesus Christus aus dem Tempel seines Vaters, ein Ausdruck göttlicher Gerechtigkeit zu sein. Nein, es gibt eine achte Todsünde, und die ist der freie, weil abstrakte, sozusagen charakterlose, aber doch gut spürbare Partner aller anderen. Am besten sichtbar wird dieselbe an der Völlerei, meinem persönlich wohl prägnantesten und hartnäckigsten Laster. Es handelt sich um die Maßlosigkeit. Sie ist die dynamische Komponente, sie ist der letztendlich alles entgrenzende Faktor bei dieser Geschichte. Und dieser war – so absurd das auch klingen mag – der wirkmächtigste, und mitunter sehr gewalttätige Freund des menschlichen Fortschrittes.

Die spezifische Wirkung dieses “Freundes“ lässt sich natürlich wieder am besten an einem Beispiel aus der Musik verdeutlichen. Und so kommt er nun doch noch zu einem ersten, von ihm so außerordentlich geschätzten, großen Auftritt, in einem meiner ersten Essays. Die Rede ist natürlich von dem Mann, der wirklich etwas gewagt hat in seinem Leben, und deshalb von der göttlichen Vorsehung auch den Nachnamen Wagner, Vornamen Richard – der vom Althochdeutschen “rihhi“ für reich, für  mächtig, und “harti“ für hart und entschlossen herrührt – bekommen hat. Als Ganzes lässt sich der Name Richard mit “der Führende und nach Macht Strebende“ übersetzen. Und damit niemand denkt, das Schicksal wäre hin und wieder nicht geradezu grausig konsequent; hier das Zitat von “Onkel Wolf“ – sie erinnern sich? – über seinen Lieblingskomponisten: “Wagner ist meine Religion!“ Und das war er deshalb, weil dieses in Maßlosigkeiten wahnsinnig begabte deutsche Opern-Genie, im Wesentlichen zwei Komponenten seines Schaffens in Richtung dieses grenzersetzenden Crescendo des menschlichen Willens in gut spürbare Bewegung setzte. Nämlich die gleichzeitig vehemente Vergrößerung, wie auch hochsensible Differenzierung des Orchesterapparates. Das bedeutet in seiner Konsequenz, dass er im Kleinen, wie auch Großen soweit über die damals bestehenden Konventionen hinaus gegangen ist, dass er, in seinem Fall als Künstler, eine Art Kulturkrieg ausgelöst hat, der eigentlich bis heute anhält. Nämlich der ganz allgemeine Kampf zwischen dem, “sich doch bitte schön zu bescheiden“ – wofür sein Antipode Brahms das beste Bild abliefert – oder eben vollkommen hemmungslos über die Ufer zu treten.

Dass sich unser A-Wölfchen-B-Wölfchen mehr fürs Überschwemmen begeistern konnte, und unsere Joachim-sauergesichtige Krautkröte eher demütig wandert, als großspurig marschieren lässt, ist ebenso richtig wie unwichtig. Denn der weibliche Faschismus, für den Angela Merkel noch, die sozusagen staatliche geprüfte Kerzenhalterin ist, wird natürlich wirtschaftlich, und nicht militärisch dominiert. Und auf dem globalen Markt marschiert Mann nicht, Frau galoppiert, und zwar in den schleichenden Untergang. Denn die Frau Bundeschancellor ist nicht nur mit Sauer, sondern auch ein wenig mit Süß verheiratet. Und die haben und hatten beide ein Faible für den großen Überfluter des Herzens und der Sinne, für Are-Point-Double-You. (Wer die zwei letzten Sätze vollständig verstanden hat, ist vom Nachsitzen befreit, ist gescheit, und bekommt, ganz ohne Schice, einen Price).

Bevor wir langsam zum Ende kommen, noch ein paar Worte zu den Vereinigten Staaten von Amerika, noch eine kurze Einschätzung der geopolitischen Lage. Wie gefährlich die USA unter ihrem jetzigen Präsidenten für die Welt wird, hängt zum größten Teil von einer, nicht nur vordergründig, also wirtschaftlich durchgeführten, sondern kulturell-hintergründigen und somit nachhaltigen Vereinigung der europäischen Nationen ab. Und das Merkel und Schäuble auf diesem Gebiet nicht mal die Plicht, geschweige die so dringende Kür geschafft haben, kann eigentlich nur noch von blinden Fans oder lernresistenten Hausfrauengemütern übersehen werden. Denn die jugendlichen, vital-impulsgesteuerten Individualisten kommen aus Übersee, aber die nachhaltigsten, die kulturellen Vorbilder für diese sind natürlich im bunten Europa zu finden. Es gibt keinen Ort auf diesem Planeten, wo  auf so engem Raum so unterschiedliche Charaktere leben wie bei uns; wo es deshalb auch so viel Blut und Zeit gekostet hat, bis man sich grundsätzlich an einander angenähert hatte. Wie närrisch ist man mittlerweile eigentlich unterwegs, wenn man glaubt, man könnte so faszinierend unterschiedliche Gemüter wie die der Polen und der Spanier, wie die der Engländer und der Russen, wie die der Holländer und der Ungarn, und nicht zuletzt der Deutschen und der Franzosen nur auf die “Kröten“ hin abstellen?! Genau das ist auch dabei herausgekommen: Viele dümpeln, mehr oder weniger unzufrieden, inklusive Rechts-Ruck, auf ihren eigenen Abstellgleisen herum. Und an dieser Situation trägt das Fräulein “Meint-es-gut“ keinen allzu geringen Anteil. Nein, die Hypertrophie eines Hitlers haben wir hinter uns, die von Trump wäre im kräftig leuchtenden Spiegel eines tiefenvereinigten Europas sehr schnell Makulatur. Und um dem perfid-subtilen Diktieren, der Entropie, der energieentwertenden Art von Angela Merkel gleichermaßen ein Schnäppchen zu schlagen, braucht es noch einen vierten allgemeinen Lehrsatz. Und der lautet: Nieder mit dem Individualismus, es lebe das Individuum!